96 Prozent der Thurgauer Sek-Abgängerinnen und -Abgänger haben eine Anschlusslösung.
Von den 2664 Thurgauer Sek-Absolventinnen und -Absolventen haben 2561 eine Anschlusslösung, das entspricht einer Quote von 96,1 Prozent. Gemäss einer Mitteilung des kantonalen Amts für Berufsbildung und Berufsberatung haben 83 Prozent der Jugendlichen eine definitive Anschlusslösung, beginnen also eine Lehre oder besuchen eine weiterführende Schule.
1880 Jugendliche starten eine Lehre
70,6 Prozent der Schulaustretenden wählen im Sommer 2025 den Berufseinstieg über eine berufliche Grundbildung. Diese Quote liegt in den letzten Jahren konstant über 70 Prozent, letztes Jahr waren es 71,4 Prozent.
Was sich in den letzten Jahren bereits angekündigt hat, ist nun eingetreten: Der Beruf Kaufmann/-frau wurde nach vielen Jahren an der Spitze der Berufe-Hitliste von Fachmann/-frau Gesundheit abgelöst, in diesem Beruf wurden gleich 52 Lehrverträge mehr abgeschlossen als noch vor einem Jahr.
Im KV beträgt der Rückgang 11 Lehrverhältnisse. Die Lehrverträge bei den Detailhandelsfachleuten haben von 153 auf 142 abgenommen, diejenigen bei Fachmann/-frau Betreuung sind markant von 140 auf 115 zurückgegangen. Zimmermann/Zimmerin ist wieder in den Top-Ten vertreten, auf Kosten der Polymechaniker/in.
Jeder und jede Achte macht eine weiterführende Schule
Aus der 3. Sekundarschule wählen 12,4 Prozent der Schulaustretenden eine weiterführende Schule. Diese Quote pendelt sich also nach dem erstmaligen Anstieg 2023 auf über 13 Prozent wieder im Schnitt der letzten Jahre ein. Rückschlüsse auf die allgemeine Mittelschulquote im Thurgau lässt diese Zahl jedoch nicht zu, weil die bereits aus der 2. Sekundarschule in eine Mittelschule Übertretenden in dieser Umfrage nicht mehr erfasst werden.
Die effektive Maturitätsquote ergibt sich, wenn die Abschlüsse bis zum 25. Altersjahr berücksichtigt werden. Gegenüber dem Vorjahr ist die Quote über alle Maturitätstypen gesehen um 0,9 Prozent gestiegen und beträgt im Kanton Thurgau mit Stand November 2024 35,1 Prozent. Eingerechnet sind die gymnasiale Maturität, die Fachmaturität und die Berufsmaturität.
Für ein kantonales Brückenangebot haben sich mit 260 genauso viele Jugendliche angemeldet wie in den beiden Vorjahren. Die vergleichsweise niedrigen Anmeldezahlen spiegeln eine stabile Lage auf dem Lehrstellenmarkt wider. Zur Kategorie «Brückenangebote und andere Anschlusslösungen» zählen auch Ausbildungen der IV, die kantonalen Integrationskurse, Fremdsprachen- und Au-pair-Aufenthalte, Privatschulen sowie Vollzeit-Betriebspraktika.
103 ohne Anschlusslösung
Die Anmeldezahlen für die Integrationskurse stehen in engem Zusammenhang mit der Anzahl der neu gestellten Asylanträge. Diese sind derzeit rückläufig, dies führt zu einer Abnahme der Anmeldungen für die Integrationskurse. Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl Schulaustretende ohne Anschlusslösung von 3 auf 3,8 Prozent gestiegen. Viele der 103 Jugendlichen ohne Anschlusslösungen stünden kurz vor Abschluss eines Lehrvertrags, teilt das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung mit. Für den Rest machten die 540 noch offenen Lehrstellen im Kanton Hoffnung.
Wichtig sei nun, diese Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen, schreibt das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung weiter. Es rät aber davon ab, Lehrverträge ohne sorgfältige Abklärungen zu vergeben und zu unterschreiben. Die Genehmigung von Lehrverträgen ist weiterhin bis zu den Herbstferien möglich.
Thurgauer Zeitung, Samstag, 12. Juli 2025